Automatisierter Nachschub im smarten Zuhause

Push-to-order Dash Buttons wie die von Amazon sind längst Geschichte. Warum noch aktiv einen Button drücken, um zu bestellen, wenn vernetzte Geräte den Einkauf automatisiert übernehmen könnten? “Smart Replenishment”, was soviel wie automatisierter Nachschub von Konsumgütern im eigenen Zuhause bedeutet, könnte die nächste Etappe bei “Smart Home”-IoT-Lösungen werden.

Vorteile von automatisierten IoT-Lösungen im Haushalt

Ein automatisch gesteuertes Nachfüllsystem am Haushaltsgerät, zum Beispiel um Kaffeebohnen intelligent und automatisiert zu bestellen, verspricht einiges. Auf Endkundenseite sollen sorgenlose Frühstücksmomente und mehr Zeit locken: Keine verschwendeten Gedanken mehr an Einkaufslisten, der Gang zum Supermarkt oder der Klick beim Online-Marktplatz entfällt auch – und trotzdem kein Kaffee-Engpass. So kann Service, höhere Kundenzufriedenheit und damit Kundenbindung aussehen.
Aber auch für Hersteller lohnen sich Smart Replenishment Produktlösungen. Die Szenarien und Entscheidungsprozesse bei Herstellern in einem automatisch gesteuerten Nachfüllsystem haben Kühne Logistics University (KLU) Doktorandin Sandria Weißhuhn und Dr. Kai Hoberg, Professor of Supply Chain and Operations Strategy, in einer Studie untersucht. Mithilfe eines mathematischen Modells und einer Simulation kamen sie zu dem Ergebnis, dass smarte Nachfüllsysteme Lieferketten signifikant verbessern und neue Geschäftsmodelle hervorbringen könnten. Das führe zu mehr Gewinn und einem besseren Kundenverständnis von Nutzungsweise, Verbrauchsmustern und Bedürfnissen.

Wie erreicht ein smartes Nachfüllsystem den Mehrwert?

Die Idee geht nur auf, wenn der Bestand an Verbrauchsgütern beim Endkonsumenten kontinuierlich gemessen werden kann – das Internet der Dinge macht’s möglich. Die Daten müssen aber auch beim Unternehmen landen und verarbeitet werden können. Hierauf kommt es an:
Erst durch die kontinuierliche Messung und Nutzung von Daten können Unternehmen ihre Lieferketten optimieren und eine gleichmäßigere Auslastung der Kapazität in Produktion und Logistik schaffen. Außerdem müssen Unternehmen Flexibilität in Produktion und beim Versand sicherstellen. Nur so können sie auf die allgemein schwankenden Nachfragen am Markt reagieren.

Unser the_thing Fazit

Smart Replenishment ist die Weiterentwicklung von modernen Food-Abonnements. Kaffee wird auch jetzt schon im Abo angeboten. Alles wird in Zukunft vernetzt sein, warum nicht auch die Kaffeemaschine? Konsumenten haben Interesse an allem, was das Leben einfacher und effizienter macht. Wenn diese lästige Nachschub-Bestellaufgabe von der Kaffeemaschine übernommen werden kann? Gerne! Wir glauben: Wer es als Hersteller schafft, schnell und wirtschaftlich ein vernetztes Produkt mit Nachfüll-Automatisierung an den Markt zu bringen, wird die Kaufentscheidung von Kunden übernehmen dürfen. Betonung liegt hier auf “wirtschaftlich”. Ob sich der Business Case rechnet, muss noch bewiesen werden.