GEG: Höhere Anforderungen an Gebäudeautomation

Das 2020 in Kraft getretene neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzt das bisherige Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Neben Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden oder an den Einsatz erneuerbarer Energien enthält es auch neue, erhöhte Anforderungen an die Gebäudeautomation. Letztere wurden vor allem aufgrund der auf europäischer Ebene beschlossenen Anforderungen an Gebäude über die EU-Gebäuderichtlinie (European Performance of Buildings Directive; EPBD) integriert.

Vernetze Wohngebäude erhalten einen besseren Energieausweis

Der Automationsgrad spielte bei der Berechnung des Energieausweises bis November 2020 keine Rolle bei Wohngebäuden. Das änderte sich jedoch mit in Kraft treten des GEG. Nun wird eine entsprechende vernetzte Ausstattung auch beim Zuhause berücksichtigt und honoriert – und führt damit beim “Smart Home” zu einem besseren Energieausweis. Falls neu gebaut oder nachgerüstet wird, sollte besonders im Bereich Regelung und Steuerung Acht gegeben werden. Hierauf kommt es verstärkt an:
Wer die Anforderungen erfüllen will, sollte laut des Instituts für Gebäudetechnologie (IGT) besonders auf Sensoren und Aktoren und ihre Kommunikationsfähigkeit achten.

Datenaustausch auf Basis von Standards

Die Theorie hinter diesem Anspruch ist einfach: Durch den Ausbau von Kommunikationsnetzen könne auch die Gebäudetechnik an diese angeschlossen werden und somit die Automation vernetzter und kommunikativer ausgeführt werden. Das ermögliche ein genaueres Messen des Energieverbrauches “durch einen flächendeckenden Einsatz von Sensoren und Anbindung an übergeordnete Steuerungen und Monitoring-Systeme“.
Damit kommuniziert werden kann, also Daten ausgetauscht werden können, sind flexible und vor allem standardisierte Protokolle gefordert:
Welches Protokoll am Ende passend ist, ist natürlich für jeden Anwendungsfall immer wieder neu zu bewerten.

Die Zukunft verspricht IoT-Gebäude und flexible Sensoren

Noch nicht im GEG umgesetzt, dafür aber schon in der EU-Gebäuderichtlinie, EPBD 2018, sind folgende Themen:
Die EPBD fordere zum Thema E-Mobility, Ladestationen zu vernetzen und kommunikativ mit einzubinden, zum Beispiel für ein smartes Lastmanagement. Außerdem sollen Gebäude noch besser verbunden und durch noch mehr Messungen erfasst werden. Das Institut für Gebäudetechnologie (IGT) stellt sich hier vor, dass Temperatursensoren oder Bewegungsmelder dann etwa durch Sensoren in Stühlen ergänzt werden könnten, um Auskunft über die Belegung geben zu können. Oder iBeacons würden eine exakte Ortung im Gebäude ermöglichen und „locations based services“ unterstützen.

Unser the_thing Fazit

Gebäudeautomation und die damit verbundenen Potenziale im Energieausweis als Faktoren zu nutzen ist ein smarter Move. Mit einem Blick auf die Realität sind wir im derzeitigen Markt nicht von der Effektivität dieser Maßnahme überzeugt. Bezahlbarer Wohnraum wird auch mit schlechtem Energieausweis trotzdem gemietet oder gekauft werden. Eine Chance besteht vielleicht im oberen Preissegment – sofern die Betriebskosten dieser Klientel wichtig sind. Das ist jedoch nur die Situation im deutschen Markt. Auf EU-Ebene, wo diese Regelung ihren Ursprung hat, kann dies durchaus zu einer Selbstregulation der Wohnungsmärkte hin zu einem Energieoptimierungs-Trend führen.