IoT-Sensor misst aus dem Inneren der Kühe

Aus einer Kuh ist dank Datenerhebung und Überwachung noch viel “heraus zu holen” – ähnlich wie bei Maschinen. Inzwischen gibt es so viele IoT-Lösungen, um Kühe besser zu verstehen, dass bereits von einem Internet of Cows gesprochen wird. Noch mehr Daten und damit Profitabilität soll dazu auch ein Sensor liefern, der kontinuierlich im Netzmagen von Kühen misst.

Mit Daten Kühe verstehen

Der vom österreichischen Technologieunternehmen smaXtec entwickelte Sensor liefert Daten über die innere Körpertemperatur, das Wiederkäuen, den PH-Wert und die Bewegungsaktivität. Besonders die Körpertemperatur einer Kuh soll zur Früherkennung von Krankheiten dienen. Dazu wird der sogenannte “Bolus” wie ein Medikament über das Maul der Kuh verabreicht – und soll dort bis zum Lebensende bleiben.

Übertragung via Mobilfunk

Um Erkenntnisse zu gewinnen und für Landwirte einfach nutzbar zu machen, hat smaXtec eine eigene Infrastruktur entwickelt:
Laut Website sollen die Sensoren bis zum Lebensende in der Kuh verbleiben, seien harmlos und sogar für Bio-Betriebe geeignet. Ganz so lange werden sie jedoch keine Daten senden können. Denn die Sensoren sind batteriebetrieben und sollen bis zu 4 Jahre halten können.

Unser the_thing Fazit

Als Branchenfremder verstehen wir vielleicht nur ansatzweise, wieso man Geräte entwickelt, um Bewegungsdaten über Kühe zu erheben. Aber klar: Genetisch sind Rinder und Milchkühe bereits durchdesigned und auf den gigantischen Fleisch- und Milchbedarf der Menschheit hochgezüchtet worden. Es bleibt also nur noch Technologie, um weiter zu optimieren. Ansonsten macht eine Technologie, um im einfachsten Fall Kühe orten zu können, eigentlich nur bei quadratkilometergroßen Weideflächen wie in Australien Sinn.
Ob aber die Sensoren für hunderttausende Rinder, die alle individuell ausgelesen werden müssten, sinnvoll sind, möchten wir nicht beurteilen. Das Prinzip wird mit Größe der Herde und Art der Haltung zunehmend schwieriger. Vielleicht hätte man die Connectivity direkt in das Produkt verbauen sollen, was natürlich die Stückkosten hoch treibt. Trotzdem bleibt es ein interessanter Case.
Wer sich übrigens für das Leben der Kühe sowie auch für die Möglichkeiten von IoT-Lösungen dort interessiert, kann einmal in das Projekt SUPERKÜHE vom WDR schauen. Denn hier verleiht die “Sensorstory-Live-Technologie” inklusive der verabreichten Sensoren drei Kühen eine Stimme und macht Milcherzeugung greifbar.