Matter: Herstellerneutraler Standard für das Internet der Dinge

Wer sein Zuhause smart vernetzen wollte, musste sich bis jetzt mit Insellösungen zufriedengeben oder aber auf einen einzigen Hersteller setzen. Denn nicht immer konnte man IoT-Objekte wie etwa smarte Lampen mit Amazons Alexa und Googles Assistant bedient werden – und zusätzlich auch noch über die Apple Smartwatch. Eine solch weitreichende Kompatibilität erlauben aktuelle Ökosysteme nur mit enorm hohem Entwicklungsaufwand für die Hersteller. Ein Beispiel ist Apple, die mit “Homekit” eine enorme Eintrittsbarriere geschaffen haben. So bedarf es oft Dienstleister wie the_thing, die eigenen Produkte mit Apples Homekit steuerbar zu machen. Aktuell bleibt Nutzern nur übrig, aktiv nach kompatiblen Geräten für ihr System suchen. Die Connectivity Standards Alliance (CSA), eine Allianz aus über 180 Unternehmen, hat nun mit dem Ziel besserer Zusammenarbeit das IP-basierte Konnektivitätsprotokoll Matter entwickelt. Es soll zuverlässige und sichere IoT-Ökosysteme aufbauen und verbinden.

Offen und global in die Zukunft

Matter, das vorher als Project CHIP, Connected Home over IP, bekannt war, ist als offener, lizenzfreier und globaler Verbindungsstandard für Smart-Home-Lösungen entwickelt worden. Nicht nur die Customer Experience für den Endnutzer soll dadurch verbessert, auch die Produktentwicklung soll für Hersteller vereinfacht werden:

Matter ersetzt dabei kein System wie Alexa oder Apples HomeKit. Die IoT-Technologie verbindet die zukünftigen Matter-kompatiblen Objekte lediglich. Diese sollen dann durch alle gängigen Smart Home- und Voice-Dienste gesteuert werden können. Schließlich wurde Matter unter anderem durch Amazon, Apple, Comcast, Google und SmartThings ins Leben gerufen.
Texas Instruments hat zu Matter vor kurzem ein Video mit einer ersten Matter-Demo hochgeladen:

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Open-Source-Referenzimplementierung

Entwicklern und Herstellern von IoT-Lösungen wird außerdem eine Open-Source-Referenzimplementierung geboten. Der quelloffene Code ist für jeden zugänglich. Das kann vor allem eine schnellere Markteinführung sowie geringere Abhängigkeit von einzelnen Anbietern bedeuten. Noch dazu können die Qualität und die Sicherheit steigen, da von vielen Anwendungsfällen gelernt werden kann und es volle Transparenz gibt.

Unser the_thing Fazit

In Anbetracht der Tatsache, dass zur CSA viele große Player (unter anderem Amazon, Apple, Google, IKEA, Schneider Electric, SmartThings, Somfy, Texas Instruments uvm.) im Smart Home Markt gehören, ist die Hoffnung groß, dass sich genügend “Marktanteil” versammelt hat um den Versuch zu wagen, einen IoT-Protokollstandard zu entwickeln. Eine gemeinsame Basis für vernetzte Geräte ist genau das, was Smart Home Infrastrukturen bis heute fehlt. Nutzer wollen ein einfaches, funktionierendes und sicheres Ökosystem, ohne immer nach kompatiblen Geräten suchen zu müssen. Ende 2021 soll es die ersten Produkte mit Matter geben. Es wird spannend, welche Produkte hinzukommen werden und ob es Retrofit Lösungen geben wird, um vorhandene Produkte durch Matter zu ergänzen. Wir werden die Entwicklung genauestens beobachten und die ersten Geräte mit Matter-Protokoll werden bestimmt den Weg in unser Testlabor finden.