Was IoT-Projekte erfolgreich macht

IoT-Cloud-Lösungen ermöglichen Unternehmen, ungenutzte Marktpotenziale zu nutzen. Mehr Produktivität, mehr Kundenzufriedenheit und ganz neue Geschäftsmodelle sind möglich. Kein Wunder also, dass aktuell viele Unternehmen den Druck spüren, IoT-Projekte zu starten und zum Erfolg zu führen.
Das Gute ist: Für ein erfolgreiches IoT-Projekt erfüllt der deutsche Mittelstand alle Grundvoraussetzungen. Er verfügt über einen ausgezeichneten Ruf, qualitativ hochwertige Produkte sowie gute Ideen. Darüber hinaus sind IoT-Technologien und Cloud-Lösungen inzwischen auf einem sehr hohen Leistungsniveau – und zu einem vertretbaren Preis erhältlich. Trotzdem scheitern begonnene IoT-Projekte häufig.

Nicht die Technik ist entscheidend

Oft kommen IoT-Projekte ins Stocken oder scheitern ganz, weil Unternehmen sich zu sehr auf die Technik-Seite Ihres IoT-Produktes konzentrieren. Sie hoffen, dass sie ein schneller Prototyp zu schneller Marktreife führt. Nur um dann festzustellen, dass sie wieder von vorne anfangen können. Denn Technik und Hardware sind nicht die herausfordernden Komponenten eines IoT-Vorhabens. Unternehmen sollten stattdessen vielmehr zwei andere Elemente eines jeden IoT-Projektes in den Vordergrund rücken: den Business Case sowie Cloud-Services.
Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen also einen ganzheitlichen Ansatz wählen und zunächst einen Business Case entwickeln. Dabei sollten Vision, Strategie und Know-how das Vorgehen leiten. Es braucht eine konkrete Vorstellung des jeweiligen Anwendungsfalls und dem sich ergebenden Mehrwert. Dem tatsächlichen Kundennutzen ordnen sich dann alle weiteren – auch technischen – Elemente und Entscheidungen unter.

Was bringt IoT dem Unternehmen?

Neben dem Kundennutzen muss auch der Wert für das Unternehmen klar sein. Denn IoT ist ein erklärungsbedürftiges Thema, dessen Monetarisierungsmöglichkeiten initial komplex und in weiter Ferne scheinen. Hier heißt es, IoT-Projekte als eigenständige Wertschöpfungsmaßnahme für das gesamte Unternehmen zu positionieren. Sie müssen in der strategischen Gesamtplanung mit einbezogen werden.
Die Gefahr ist sonst, dass Zeit und Geld fehlen. Tritt dieser Fall ein, werden IoT Initiativen häufig ad hoc gestoppt oder sie fristen ein unbefriedigendes Dasein als Nebenprojekte, deren Fortentwicklung mäßig voranschreitet oder stagniert.

Strategie und schnelle Marktreife – Widerspruch?

Wer jetzt denkt, erst monatelang planen und verkopft an das Projekt gehen zu müssen, irrt sich. Diese „Think-Big-Einstellung“ sorgt eher dafür, dass Verantwortliche IoT-Projekte ganz aufschieben. Vor allem, wenn ein Unternehmen vorher noch nie in der Cloud gearbeitet hat. Dann erscheint ein IoT-Projekt schnell wie eine Hürde, komplex und unberechenbar. Das verhindert, dass ein IoT-Projekt wirklich angepackt wird.
Viel erfolgversprechender ist es, solche Projekte im Kleinen aufkeimen zu lassen und sich für Fragen und Wissenslücken IoT-Cloud-Experten mit an den Tisch zu holen. So können auch IoT-Cloud-Projekte mit minimalem Einsatz beginnen. Damit kein Unternehmen über Jahre Geschäftsmodelle entwickeln muss, ohne dass es die Thesen am Markt getestet hat.

Wie ein Modern Data Stack

Best Practice ist es also, Geschwindigkeit mitzunehmen und auch IoT-Projekte schnell und iterativ anzugehen, ähnlich dem Vorgehen in der Software Entwicklung. Wir können uns hierzu ein Modern IoT Stack vorstellen: ein modulares System aus kleinen Teillösungen und Bausteinen. Dazu gehört auch ein Prototyp-Ansatz, um früh persönliche Erfolgserlebnisse im Team zu feiern. Aber ein visualisiertes Endprodukt hilft auch, um weitere Stakeholder vom Wert eines IoT-Projektes zu überzeugen. Darauf aufbauend werden IoT-Projekte automatisch größer, strukturierter und selbstbewusster angefasst.

Erst der Case, dann das Vergnügen

Auch wenn Prototypen einfach am besten zeigen, ob der Business-Case profitabel und erfolgreich sein kann, hat sich in der Vergangenheit immer gezeigt: Fehlt der passende Use-Case, so wird sich die Investition des Unternehmens nicht lohnen. Schon häufig habe ich erlebt, wie Unternehmen Data Scientist eingestellt haben, ohne vorher zu überlegen und zu testen, ob es überhaupt Use-Cases für den Data Scientist gibt.
Daher gilt erst, wenn der Business Case und erste Thesen stehen: Try it out and iterate. Und die Voraussetzungen hierfür werden nie besser sein. Mittlerweile können Hardware-Prototypen sogar durch Software-Bots simuliert werden. Und für die Cloud-Services gibt es ja schließlich uns: Data und Cloud Consultants, die die Herausforderungen eines IoT-Projektes kennen und die Potenziale von IoT erst ermöglichen.

Am 3. Januar zuerst auf LinkedIn veröffentlicht: linkedin.com/pulse/iot-projekte-erfolgreich-macht-frederic-bauerfeind/